"Druckgeschwür"Ein Dekubitus ist eine Schädigung der Haut und darunter liegendem Gewebe infolge einer andauernden Druckeinwirkung, die den arteriellen und venösen Blutfluss unterbricht.
Die Zeitspanne, in der sich ein Dekubitus entwickelt, ist je nach Patient individuell unterschiedlich lang. Als auslösende Faktoren gelten neben der Zeit, die ein Patient, der sich nicht selbständig ausreichend bewegt und ohne Positionsveränderung bleibt, immer Druck, Reibung und Scherkräfte. Besonders gefährdet sind immobile Patienten. Im Besonderen bilden sich Dekubitalulcera an den Hauptauflageflächen des ruhenden Körpers in Rücken- und Seitenlage wie Sakralregion, Fersen, Hüftknochen, Knöchel, Ohren, Wirbelsäule, Ellenbogen und Hinterkopf aus. Begünstigt wird die Entwicklung eines solchen "Druckgeschwürs"durch das fehlende Polster aus Fettgewebe und Muskelfleisch an diesen Körperstellen. Dekubitalulcera können je nach Tiefe und Gewebsschädigung in verschiedene Grade unterteilt werden. International gebräuchlich ist die Einteilung des NPUAP(National Pressure Ulcer Advisory Pannel) von 1989.
Gradeinteilung nach NPUAP Grad 1: Persistierende (= nicht wegdrückbare), umschriebene Hautrötung bei intakter Haut. Weitere klinische Zeichen können Ödembildung, Verhärtung und lokale Überwärmung sein.
Grad 2: Teilverlust der Haut, Epidermis (Oberhaut) bis hin zu Anteilen der Dermis (Lederhaut) sind geschädigt. Die Haut ist oberflächlich geschädigt: Blase, Hautabschürfung oder flaches Geschwür.
Grad 3: Tiefenschädigung von Haut- und Gewebe. Verlust aller Hautschichten und Schädigung oder Nekrose des subcutanen (Unterhaut) Gewebes, die bis auf die darunter liegende Fascie reichen kann. Der Dekubitus zeigt sich klinisch als tiefes, offenes Geschwür.
Grad 4: Verlust aller Hautschichten mit ausgedehnter Zerstörung, Gewebsnekrose oder Schädigung von Muskeln, Knochen oder unterstützenden Strukturen (Sehnen, Gelenkkapsel).
Beispielhafte auslösende sowie begünstigende Krankheitsbilder und Faktoren: - Erkrankungen: pAVK, Stoffwechselerkrankungen, psychische Erkrankungen, Genussmittel- und Drogensucht, konsumierende Grunderkrankungen, Demenz, Frakturen, Polyneuropathie, neurologische Erkrankungen
- Bewegungseinschränkung, Immobilität
- Langandauernde Narkosezeiten
- Mangelndes Schmerzempfinden
- Mangel-/Fehlernährung, allgemeiner Flüssigkeitsverlust
- Medikamente, wie z.B. Sedativa (Ruhigstellung = Immobilität), Antibiotika (Abwehrschwäche, Resistenzzüchtung), Chemotherapeutika (Abwehrschwäche)
- Hautzustand und Hautveränderungen wie Allergien, Psoriasis, Ekzeme
- Hautfeuchtigkeit/Mazeration: Fieber, Kontinenzsituation, Schwitzen
- Blasenverweilkatheter
- Scherkräfte
- Skelettdeformierungen, Kontrakturen
Bei einem Dekubitus sollten verschiedene Faktoren Beachtung finden, die sich positiv und negativ auf den Wundheilungsprozess auswirken können.
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