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Die traditionelle Wundversorgung hat dem mittelalterlichen Prinzip der Wundaustrocknung folgend eine klare Aufgabenstellung. Bei möglichst großer Polsterwirkung soll die Wundauflage hohe Mengen an Wundsekret aufnehmen. Zusätzlich ist sie Träger für Arzneimittel, wie z.B. Salben und kann zum Auswischen der Wunde oder Reinigen der Wundumgebung genutzt werden. Unter traditionellen Wundauflagen bildet sich ein trockener, harter Schorf, der sich zu einer Nekrose entwickeln kann. Dadurch wird die Einwanderung der Epithelzellen behindert, und die Abheilung verläuft deutlich verlangsamt. Gängige Auflagen der trockenen Wundversorgung sind Kompressen.
Probleme der trockenen Wundheilung
- Trockener harter Wundschorf bis zur Nekrosenbildung
- Kaum Schutz vor Infektionen
- Phagozyten nur im Wundrandbereich
- Neue Kapillaren wachsen in den Verband
- Schlechte thermische Isolation
Bereits 1962 wies der Biologe Dr. George Winter die Überlegenheit der feuchten gegenüber der konventionellen trockenen Wundversorgung anhand der Abheilung von Wunden bei Schweinen nach. Während sich bereits nach drei Tagen unter einem warm und feucht haltenden Folienverband Epithelgewebe ausgebildet hatte, war unter einer konventionellen Kompressenversorgung noch kein Heilungserfolg zu beobachten.
Vorteile der feuchten Wundheilung
- Schaffung eines feuchten Mikroklimas
- Schutz vor Sekundärinfektionen
- Ungestörte Bewegungsfreiheit für Phagozyten zur Keimabwehr
- Leichtes Einsprossen von Kapillaren auf der gesamten Wundfläche
- Gute thermische Isolation
- Schmerzärmerer Verbandwechsel
Das Ziel der modernen Wundversorgung ist es, die gehemmte Wundheilung bei einer chronischen Wunde zu normalisieren. Hierzu gibt es zwei sich ergänzende Ansätze: 1.) Ursächliche Therapie = Behebung/Mitbehandlung der Grunderkrankung bzw. der wundauslösenden Faktoren 2.) Symptomatische Therapie = Beschleunigung des Heilungsprozesses durch lokale Maßnahmen wie z.B. zeitgemäße hydroaktive Wundauflagen
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