Was sich bei der DAK für Stoma-Patienten ändert

Die DAK-Gesundheit hat die Versorgung mit Stomamaterialien seit dem 01.04.2019 per Ausschreibung geregelt. Ab diesem Zeitpunkt können DAK Versicherte nur noch durch den Ausschreibungsgewinner versorgt werden. Durch das Inkrafttreten des neuen TSVG (Terminservice- und Versorgungsgesetz) werden aktuell laufende Ausschreibungsverträge, wie die der DAK-Gesundheit, 6-Monate nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes unwirksam, d.h. Ausschreibungen sind ab dem 01.12.2019 unwirksam.

Hier erhalten Sie wichtige Informationen über das neue Gesetz, Konsequenzen der Ausschreibung für Patienten, die Rechte der Versicherten und wie andere Krankenkassen die Stoma-Versorgung organisieren.

Neues Gesetz schafft Ausschreibungen für Hilfsmittel ab
In der jüngeren Vergangenheit haben immer mehr Krankenkassen die Versorgung mit bestimmten Hilfsmitteln ausgeschrieben. Meist wurden dann Verträge mit dem Anbieter mit dem „wirtschaftlichsten“ Gebot geschlossen. Bei sehr niedrigen Ausschreibungspreisen dürfte die Wahrscheinlichkeit hoch sein, dass für höherwertige Produkte Aufzahlungen gefordert werden. Das hat jetzt auch der Gesetzgeber erkannt und Ausschreibungen für Hilfsmittel abgeschafft. Laufende Ausschreibungsverträge werden zudem zum 1. Dezember 2019 unwirksam. Bis dahin darf die Stoma-Ausschreibung der DAK noch durchgeführt werden.

Versorgerwechsel steht bevor
Die DAK-Versicherten müssen sich auf einen Wechsel ihres Versorgers einstellen, wenn im Ausschreibungsverfahren Verträge geschlossen werden. Der Stichtag ist das Ablaufdatum der Bewilligung, die von der DAK für maximal sechs Monate vergeben wird. Für die Patienten bedeutet das eine Reihe von Veränderungen. Dazu gehört der bevorstehende Wechsel des Hilfsmittelversorgers, der künftig von der Krankenkasse vorgeschrieben wird. Ab dem 1. Dezember 2019 kann die Versorgung voraussichtlich wieder von Coloplast Homecare bzw. Ihrem bisherigen Versorger übernommen werden. Produkte im Freiverkauf, z. B. Coloplast Brava Produkte, können weiter von Coloplast Homecare bzw. vom bisherigen Versorger bezogen werden. Hier finden Sie eine Zusammenfassung Ihrer Patientenrechte.

Bei offenen Fragen geben die Mitarbeiter von Coloplast Homecare oder Ihres bisherigen Versorgers gerne Auskunft.

Versorger muss Patienten weiter mit gewohntem Produkt beliefern
Patienten sollten beachten, dass der Ausschreibungsgewinner nach den Ausschreibungsbedingungen zur Beratung sowie Betreuung durch qualifiziertes Fachpersonal – auch durch Hausbesuche – verpflichtet ist. Zudem sehen die Ausschreibungsbedingungen vor, dass der neue Versorger Patienten, die bereits vor dem Versorgungswechsel Stomaartikel bezogen haben, weiterhin – aufzahlungsfrei – mit den ihnen vertrauten Produkten und Mengen zu versorgen hat. Eine Umversorgung soll nur stattfinden, wenn der Patient einverstanden ist. Für Neupatienten könnte hingegen eine Aufzahlung drohen, wenn diese eine höherwertige Versorgung wünschen, die mit dem Produktportfolio des Anbieters nicht abgedeckt wird.

Zwei Krankenkassen scheren aus
Während fast alle anderen Kassen auf Wahlfreiheit zwischen den Anbietern setzen, gehen die DAK und eine weitere Krankenkasse in der Stomaversorgung einen anderen Weg. Nach Auffassung vieler Experten ist dieser nicht rechtmäßig. Nach dem neuen Gesetz werden diese Ausschreibungsverträge jetzt zum 1. Dezember 2019 unwirksam.

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