Informationen rund um Ihr Stoma

Damit Sie mit Ihrem Stoma gut zurecht kommen, haben wir für Sie die wichtigsten Informationen zusammengestellt:

Stomaarten

In der Stomaversorgung werden verschiedene Stomaarten unterschieden: Kolostomie, Ileostomie. Urostomie

Grundsätzlich ist eine Stomaanlage nötig, wenn eine Erkrankung von Darm oder Blase vorliegt, bei der Stuhl oder Urin vorübergehend oder dauerhaft künstlich ausgeleitet werden muss. Stomata können entweder vorübergehend (temporär) oder dauerhaft (permanent) angelegt sein.

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Stomaarten In der Stomaversorgung werden verschiedene Stomaarten unterschieden:
• Kolostomie (Ausleitung des Dickdarms)
• Ileostomie (Ausleitung des Dünndarms)
• Urostomie (Ausleitung über Harnleiter oder Darmsegmente)
Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Stomaarten

Um die Heilung der Nahtstelle am Darm zu gewährleisten (Anastomosenschutz) oder um den verbleibenden Darmabschnitt zu schonen, wird ein temporäres – sogenanntes protektives (beschützendes) – Stoma angelegt. Die Anlage eines permanenten Stomas wird z. B. nach einer Dickdarmexstirpation (Enddarm wird zusammen mit dem Schließmuskel entfernt) notwendig. Von allen Stomaanlagen sind die Kolostomien am häufigsten.

 

Kolostoma

Bei einem Kolostoma wird ein Teil des Dickdarms durch die Bauchdecke nach außen verlegt. Das Stoma befindet sich normalerweise im linken Unterbauch. Die stuhleindickende Funktion des Dickdarms wird durch die Operation nicht oder kaum beeinträchtigt. Das bedeutet, dass je nach Lage des Stomas die Ausscheidungen breiig bis fest sind. Die Stomaanlage kann endgültig oder vorübergehend sein. Bei einem endständigen Kolostoma mit Blindverschluss des aboralen Schenkels und bei einem doppelläufigen Kolostoma werden über den ruhig gelegten, abführenden Schenkel weiterhin Zellen und Schleim abgestoßen. Sie werden über den Anus abgeführt.

Es gibt zwei verschiedene Formen des Kolostomas

Erfahren Sie mehr über das endständige Kolostoma

Das endständige Kolostoma hat nur eine Darmöffnung. Der zuführende Schenkel vom Dickdarm (von Dünndarm und Magen kommend) wird durch die Bauchdecke nach außen geleitet und mit der Haut (knapp über Hautniveau) vernäht. Der abführende Schenkel wird blind verschlossen oder komplett entfernt. Es geht häufig mit der Entfernung von Teilen des Dickdarmes (z. B. Hemikolektomie, Sigmaresektion), des Rektums (Rektumresektion) sowie mit oder ggf. ohne Schließmuskelerhalt (Rektumexstirpation) einher. Bei der Rektumexstirpation ist das endständige Kolostoma permanent; es kann nicht mehr zurückverlegt werden.
Bei der Kolostomie nach Hartmann wird der S-Darm (das Sigma) ausgeleitet. Der Schließmuskel bleibt erhalten, d. h. das Stoma kann wieder zurückverlegt werden.

 

Erfahren Sie mehr über das doppelläufige Kolostoma

Bei einem doppelläufigen Kolostoma sind zwei Darmöffnungen vorhanden. Dadurch ist die Darmpassage unterbrochen und ein Teil des Dickdarms ruhiggestellt.  Bei der doppelläufigen Stomaanlage wird ein Stück des Dickdarms in einer Schlinge durch die Bauchdecke gezogen, an der Vorderseite geteilt und knapp über Hautniveau eingenäht. Die eine Öffnung ist das Ende des zuführenden Darmabschnitts; die andere der Beginn des abführenden Darmabschnitts.
Ein doppelläufiges Stoma ist in der Regel temporär und kann zurückverlegt werden. Die Anlage eines doppelläufigen Kolostomas erfolgt meistens im Bereich des Querdarms, des sogenannten Colon transversums und wird deswegen als Transversostomie bezeichnet.

 

 

Ileostoma

Die Ileostomie ist eine Ausleitung des Dünndarms durch die Bauchdecke. Es befindet sich in der Regel auf der rechten Bauchseite. Da die Eindickung des Stuhls durch den Dickdarm fehlt, sind die Ausscheidungen dünnflüssig bis breiig und reich an aggressiven Verdauungsfermenten. Die tägliche Stuhlmenge (500 bis 1.00 ml) wird häufig permanent über das Ileostoma ausgeschieden. Im Laufe der Zeit kann es sich ggf. auf vier bis sechs Mal pro 24 Stunden reduzieren. Bei einem endständigen Ileostoma mit Blindverschluss des aboralen Schenkels und bei einem doppelläufigen Ileostoma werden über den ruhig gelegten abführenden Schenkel weiterhin Zellen und Schleim abgestoßen und über den Anus abgeführt.
Wenn ein erkrankter Darmabschnitt entfernt wurde und der verbleibende Darmabschnitt geschont werden soll, wird ein temporäres Ileostoma angelegt. Ein permanentes Stoma wird gewählt, wenn z. B. die beiden Darmabschnitte nicht mehr zusammenge-fügt werden können oder der komplette Dickdarm mit dem Schließmuskel entfernt wurde.

Es gibt zwei verschiedene Formen des Ileostomas: 

Erfahren Sie mehr über das endständiges Ileostoma

Ein endständiges Ileostoma hat nur eine Darmöffnung. Der abführende – in Richtung Anus verlaufende – Darm wird blind verschlossen oder reseziert. Beim endständigen Ileostoma wird der Darm schlotförmig über Hautniveau eingenäht, um die Stomaversorgung zu vereinfachen und Hautproblemen vorzubeugen.
Dieses Stoma wird bei vollständiger oder umfangreicher Dickdarmentfernung (totale/subtotale Kolektomie), nach Entfernung des Mastdarms (Rektum) sowie des Afters (Anus) angelegt. Endständige Ileostomien sind meist als dauerhaftes Stoma angelegt.

 

Erfahren Sie mehr über das doppelläufige Ileostoma

Beim doppelläufigen Ileostoma, auch Loop-Ileostomie genannt, sind zwei Darmöffnungen vorhanden. Die ausscheidende Darmöffnung wird über Hautniveau eingenäht, um die Stomaversorgung zu vereinfachen. Ebenso werden Hautprobleme vermieden, die durch den Kontakt der aggressiven Ausscheidung mit der Haut entstehen können. Der abführende Darmabschnitt wird auf Hautniveau eingenäht. Die Darmpassage ist unterbrochen und der nach dem Stoma folgende Darmabschnitt wird entlastet. Ein doppelläufiges Ileostoma ist in der Regel temporär und kann zurückverlegt werden. Die Rückverlegung erfolgt nach dem Heilungsprozess des stillgelegten Darmabschnitts oder der Darmnaht der vorangegangenen Operation.   

 

Urostoma

Ein Urostoma bezeichnet eine künstliche Harnableitung durch die Bauchdecke. Ein Urostoma kann bzw. muss gelegt werden, wenn eine Schädigung oder Erkrankung der Blase oder ableitenden Harnwege vorliegt und eine kontrollierte Harnausscheidung nicht möglich ist. Es wird ständig Urin ausgeschieden, da in der Regel die Harnblase als Reservoir fehlt oder nicht mehr funktionsfähig ist. Welche Form am besten geeignet ist, entscheidet der behandelnde Arzt. Unterschieden wird in eine kontinente („Pouch“ oder Ersatzblase) und eine inkontinente Form der Harnableitung. 

 

Ileum-Conduit/Kolon-Conduit

Erfahren Sie mehr über das Ileum-Conduit

Ein Stück Dünndarm (Ileum-Conduit), selten auch ein Stück Dickdarm (Kolon-Conduit), wird abgetrennt und einseitig verschlossen. Die zweite Seite wird als Stoma durch die Bauchdecke ausgeleitet. Die Harnleiter werden in dieses Darmstück eingeleitet, sodass der Urin darüber ausgeschieden werden kann. Dieses Darmstück funktioniert dann lediglich zur Ableitung des Urins.

Während der ersten Zeit nach der Operation sorgen Harnleiterschienen  (Splints) dafür, dass sich die Harnleiter nicht verengen und eine gleichmäßige Harnausscheidung erfolgt. 

 

Harnleiterhautfistel (TUC – Transureterocutaneostomie oder TUUC – Transureteroureterocutaneostomie)

Erfahren Sie mehr über Harnleiterfisteln

Der Harnleiter wird durch die Bauchdecke nach außen geleitet. Dies kann – je nach Krankheitsbild – für eine Niere (TUC) als auch für beide Nieren (TUUC) unabhängig geschehen. Die Harnleiter können also einseitig oder beidseitig ausgeleitet werden. Wenn es die Krankheit zulässt und ein Harnleiter lang genug ist, kann anstelle einer beidseitigen Harnleiterhautfistel ein Harnleiter mit dem anderen verbunden werden. Somit ist nur eine Ausleitung durch die Bauchdecke notwendig. 

 

Die Ersatzblase (z. B. Mainz-Pouch 1/2, Kock-Pouch, Indiana-Pouch)

Aus Teilen des Dick- und Dünndarms wird eine Ersatzblase gebildet, die den Urin aufnimmt. Die Blase wird, falls noch vorhanden, mit dem Blinddarm oder einem weiteren Stück Darm mit dem Bauchnabel verbunden. Mit einem Katheter kann die Blase kontrolliert entleert werden. Der Mainz-Pouch ermöglicht eine kontinente Form der Harnableitung, da der Zeitpunkt der Entleerung selbst bestimmt werden kann. 

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Ursachen

Die Ursachen für ein Stoma sind unterschiedlich und hängen mit der Grunderkrankung zusammen.

Ursachen Kolostoma Ein Kolostoma wird immer dann notwendig, wenn die normale Funktion des Dickdarms krankheitsbedingt eingeschränkt ist und bestimmte Darmabschnitte daher vorübergehend oder dauerhaft stillgelegt bzw. entfernt werden müssen. Lesen Sie mehr über die Ursachen für Kolostoma

Mögliche Indikationen für ein Kolostoma:

  • Tumore im Dickdarm – sie verhindern, dass der Stuhl ungehindert den Darm passieren kann
  • Tief sitzender Darmverschluss (Ileus)
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, wie z. B. Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Darmdurchbruch
  • Strahlenschäden
  • Verletzungen
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Ursachen Ileostoma Ein Ileostoma ist immer dann notwendig, wenn aufgrund einer Erkrankung die operative Entfernung eines Teilabschnittes des Dickdarms oder des gesamten Dickdarms ggf. inklusive des Schließmuskels erforderlich ist. Lesen Sie mehr über die Ursachen für Ileostoma

Weil die Eindickung des Stuhl aus dem Dickdarm fehlt, sind die Ausscheidungen aus dem Ileostoma meist dünnflüssig bis breiig.

Gründe für eine Ileostoma können z. B. sein:

  • Erkrankungen des Dickdarms: Colitis ulcerosa, Morbus Crohn, familiäre adenomatöse Polyposis (FAP) 
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Fehlbildungen
  • Verletzungen

Was ist familiäre adenomatöse Polyposis?
Bei familiärer Polyposis bilden sich im Dickdarm zahlreiche Polypen, die entarten können und sich zu bösartigen Tumoren entwickeln. Bei dieser meist erblich bedingten Erkrankung wird – oftmals schon prophylaktisch – meist der gesamte Dickdarm entfernt. 

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Versorgung

Erfahren Sie mehr über das Beutelsystem Beutelsysteme Bei jedem Stomaträger muss individuell entschieden werden, welches Produkt und welche Versorgungsform am besten ist. Mehr zum Beutelsystem

Die Stomaprodukte sollten für den Betroffenen so einfach wie möglich sein – eine ausführliche Beratung ist unerläßlich. Unsere SIEWA-Mitarbeiter unterstützen Sie durch fachkompetente Beratung und Anleitung. Kontaktieren Sie uns gerne! 

Es gibt viele Versorgungssysteme von unterschiedlichen Herstellern. Die Wahl der Beutel- oder Versorgungsart ist dabei abhängig von der Art des Stomas. 


Geschlossene Beutel

Geschlossene Beutel werden in der Regel bei einer Kolostomie eingesetzt. Sie besitzen einen Aktivkohlefilter, der die Darmgase geruchsneutral entweichen lässt. Bei Bedarf kann der Beutel etwa ein- bis dreimal täglich gewechselt werden.


Ausstreifbeutel

Bei der Ileostomie empfiehlt sich ein Ausstreifbeutel, da die Ausscheidungen dünnflüssig bis breiig sind und die Ausscheidungen häufiger am Tag sind. Diese Beutel sind am unteren Ende mit einem Klettverschluss versehen, durch den man jederzeit den Beutel entleeren kann, ohne dabei die komplette Versorgung zu wechseln. 


Urostomiebeutel

Bei einem Urostoma werden spezielle Beutel mit Ablasshahn verwendet, die zur Nacht an größere Bettbeutel und tagsüber an kleinere, dezentere Beinbeutel angeschlossen werden können. Zur Vermeidung von Infektionen müssen diese Beutel eine Rücklaufsperre haben, damit der Urin nicht zurück in das Stoma fließen kann. 

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Bei allen Versorgungssystemen unterscheidet man zwischen einteiliger und zweiteiliger Versorgung. Versorgungssysteme Bei allen Versorgungssystemen unterscheidet man zwischen einteiliger und zweiteiliger Versorgung. Mehr zum Versorgungssystem

Einteiliges System

Bei einer einteiligen Versorgung ist der Beutel mit einer weichen, dünnen Haftplatte verschweißt. Die Versorgung wird immer komplett entfernt und erneuert. Die Tragezeit ist folglich geringer. Ein Versorgungswechsel sollte maximal dreimal täglich erfolgen, um eine Überbeanspruchung der stomaumgebenden Haut zu vermeiden. 


Zweiteiliges System 

Bei der zweiteiligen Versorgung wird der Beutel mittels eines Ring- bzw. Klebeverschlusses auf der Basisplatte befestigt. Dadurch kann die Basisplatte länger auf der Haut verbleiben (ca. zwei bis drei Tage), da immer nur der Beutel gewechselt wird. 

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Wichtige Informationen zum Versorgungswechsel Versorgungswechsel Ein Stoma ist individuell geformt und kann seine Form im Laufe der Zeit verändern. Mehr zum Versorgungswechsel
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Wichtig zu wissen:

Für eine problemlose Stomaversorgung ist es wichtig, dass die Öffnung der Basisplatte exakt mit dem Stoma abschließt. Ist die Basisplatte zu groß, können Ausscheidungen auf die Haut kommen und starke Hautreizungen verursachen. Ist die Basisplatte allerdings zu klein, wird die Versorgung undicht. Sorgen Sie dafür, dass die Stomaversorgung auf einem gleichmäßigen Untergrund aufgebracht wird. Gleichen Sie eventuelle Unebenheiten mit einer Paste oder Modellierstreifen aus.


Veränderungen der Stomagröße

Die Größe des Stomas kann sich verändern. Beispielsweise verkleinert sich das Stoma in den ersten Wochen nach der Operation oder verändert seine Größe bei Gewichtsveränderungen. 

Wenn die Stomaversorgung immer wieder mit Ausscheidungen unterwandert wird oder es sich um sehr flüssige, aggressive Ausscheidungen handelt, kann mit Hautschutzpaste oder anderem Modelliermaterial abgedichtet werden. Damit lassen sich Falten und Narben unter der Basisplatte ausgleichen. 

Wenn die Stomaöffnung unterhalb des Hautniveaus oder in einer Hautfalte liegt, können konvexe (gewölbte) Versorgungen sehr hilfreich sein. Die Basisplatte ist an der Öffnung leicht vertieft und verstärkt, sodass die Dichtigkeit verbessert wird. 

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Erfahren Sie mehr zur Irrigation Irrigation mit Stoma Die Irrigation ist eine Spülung des Dickdarms. Durch die kontrollierte Darmentleerung können die Ausscheidungen beeinflusst werden. Erfahren Sie mehr zur Irrigation
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Alle Infos zur Irrigation auf einen Blick

Bei der Irrigation wird eine bestimmte Menge Wasser in den Darm geleitet. Dadurch entsteht ein natürlicher Reiz an der Darmwand; Darmbewegungen werden ausgelöst und der gesamte Stuhl im Dickdarm wird ausgeschieden. Die komplette Entleerung sorgt für eine stuhlgangfreie Zeit von 24-48 Stunden. Auch Blähungen werden minimiert. 

Nach der Irrigation können Stomaträger auf ihre gewohnte Beutelversorgung verzichten. Stattdessen können sie einen Stomaverschluss, eine Stomakappe oder einen Minibeutel tragen. 

Die Irrigation ist nur bei einem Kolostoma geeignet, das sich im absteigenden Darmabschnitt befindet und wenn der Stuhlgang von ausreichend fester Konsistenz ist.


Außerdem sollten diese Bedingungen erfüllt sein:

  • Stomaträger müssen körperlich in der Lage sein, die Spülung durchzuführen.
  • Sie müssen kreislaufstabil sein und keine schwere Herzerkrankung haben.
  • Es darf keine entzündliche Darmerkrankung vorliegen.
  • Betroffene sollten im Bereich des Stomas weder einen Bruch noch einen Darmvorfall haben. 


Rücksprache mit dem Arzt

In jedem Fall darf eine Irrigation erst nach Rücksprache mit dem Arzt und dessen Einverständnis sowie unter Anleitung eines Stomatherapeuten durchgeführt werden. Wenden Sie sich bei Fragen gerne an uns!


Praktische Tipps

  • Nutzen Sie am besten ein Irrigations-Set 
  • Irrigieren Sie immer zur gleichen Uhrzeit
  • Nehmen Sie sich 45-60 Minuten Zeit; sorgen Sie dafür, dass Sie in der Zeit Ruhe haben und nicht gestört werden

Wenn Sie diese Tipps beherzigen, wird die Irrigation bald zur Routine! 

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Wichtige Informationen zur Reinigung und Hautpflege Reinigung und Hautpflege Zur Reinigung der Haut um das Stoma eignen sich weiche Vlieskompressen. Diese werden einfach mit Leitungswasser angefeuchtet. Lesen Sie mehr zur Hautpflege

Alternativ können Sie auch pH-neutrale, nicht rückfettende Seife verwenden. Es werden aber auch spezielle Reinigungsmittel zur Stomapflege angeboten.

Bei einem Kolo- oder Ileostoma wird die Haut kreisförmig vom außen nach innen zum Stoma hin gereinigt. Bei einem Urostoma erfolgt die Reinigung vom Stoma weg. Vermeiden Sie starkes Reiben sowie scharfe und ölhaltige Reinigungstücher. Auch Waschlappen oder Tücher, die mehrmals verwendet werden, sind nicht empfehlenswert – denn dadurch könnten sich Keime oder Bakterien einnisten.

Ist die stomaumgebende Haut behaart, müssen Sie den Hautbereich unter der Basisplatte regelmäßig rasieren. Hierzu kann ein Einwegrasierer verwendet werden. 

Pflegen Sie die Haut um das Stoma nach der Reinigung nur mit speziellen, für die Anwendung bei einer Stomaversorgung geeigneten, fettfreien Creme oder Lotion, damit die Haftung der Stomaversorgung nicht beeinträchtigt wird. Neue Pflegeprodukte testen Sie am besten vorab an einer Hautpartie, bevor Sie diese verwenden. 

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Rückverlegung und Komplikationen

Erfahren Sie mehr über eine Rückverlegung des Stomas Rückverlegung der Stomaanlage Die Stomaanlage muss nicht endgültig sein. Wenn der Schließmuskel intakt ist, wird das Stoma häufig nach 3-6 Monaten, teilweise auch erst nach 12 Monaten, zurück-verlegt. Das heißt: die Stuhlentleerung erfolgt dann wieder auf natürlichem Weg. Mehr über eine Rückverlegung des Stomas

Sollte die Operation zur Rückverlegung möglich sein, wird Ihr  Arzt Sie bereits vor der Stomaanlage darüber informieren.

Endgültig ist ein Stoma z. B. bei Betroffenen, bei denen aufgrund von tief sitzenden Tumoren auch der Schließmuskel am unteren Ende des Dickdarms entfernt werden musste. Denn ohne diesen Muskel ist der Stuhlgang nicht zu kontrollieren.


Voraussetzungen für eine Rückverlegung

  • Darmteil, der entlastet werden sollte, ist intakt
  • Funktionsfähiger Schließmuskel (Hinweis: Kann durch regelmäßiges Training begünstigt werden)
  • Ergänzende Therapien, wie z. B. Chemotherapie oder Bestrahlung sind abgeschlossen
  • Darmentzündungen sind vollständig abgeheilt


Nach der Rückverlegung

Wichtig ist, sich vor der Rückverlegung genau beraten zu lassen. Denn nach der Rückverlegung ist vielleicht nicht alles so wie vorher. Es kann oft bis zu einem Jahr dauern, bis sich das Stuhlverhalten normalisiert. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt und Ihrer Stomatherapeutin darüber, wie groß die Gefahr einer Stuhlinkontinenz ist und prüfen Sie Ihre Schließmuskelfunktion vor der Rückverlegung. 

Stuhleindickende Medikamente können bei Durchfall hilfreich sein. Um unkontrollierten Verlust von Stuhlgang zu vermeiden, können auch Anal-Tampons benutzt werden. Gegenüber Inkontinenzeinlagen oder -slips gibt es einige Vorteile. Bei Stuhlinkontinenz über einen längeren Zeitraum kann eine anale Irrigation (sanfte Darmspülung) den Betroffenen ermöglichen, den Stuhlgang leichter zu steuern und gibt Sicherheit, über eine längere Zeit kontinent zu sein. Sprechen Sie Ihren Arzt dazu an. 

Haben Sie Fragen zu der Zeit nach der Stomarückverlegung? Oder suchen Sie Alternativen zu Inkontinenzeinlagen? Sprechen Sie uns an – unsere SIEWA-Fachkräfte beraten Sie gern! 

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Lesen Sie mehr zu möglichen Komplikationen am Stoma Komplikationen am Stoma Nicht immer, wenn ein Stoma angelegt wurde, läuft alles reibungslos. Unter Umständen können Komplikationen am Stoma auftreten. Lesen Sie mehr zu möglichen Komplikationen

Stomakomplikationen

Nekrosen
Färbt sich das Stoma nach einer Operation grau bis schwarz, liegt eine mangelnde Gewebedurchblutung vor. Die Nekrosen können nur an einzelnen Stellen der Schleimhaut entstehen oder aber am gesamten Stoma. Die schwarzen Gewebeteile lösen sich in der Regel von selbst. Bei einer tiefergehenden Nekrose kann allerdings eine erneute Stomaanlage erforderlich sein.

Parastomale Hernie („Bauchwandbruch“ im Stomabereich)
Die Ursache liegt in den künstlich angelegten Öffnungen in den Gewebeschichten. Durch zu schweres Heben oder Bindegewebsschwäche können Darmabschnitte durch die Öffnung gepresst werden. Diese Veränderungen entwickeln sich oft langsam, über Monate oder Jahre nach der Operation. Zur Unterstützung der Bauchdecke eignen sich Mieder oder Leibbinden. Vermeiden Sie das Heben schwerer Lasten und sportliche Aktivitäten, die die Bauchmuskulatur zu sehr beanspruchen.

Prolaps („Darmvorfall“)
Der Prolaps ist ein Heraustreten des Darmes aus dem Stoma. Der Darm tritt zentimeterlang über die Bauchdecke hinaus. Er zeigt sich am deutlichsten im Stehen. Der Arzt entscheidet, ob der Prolaps operativ oder konservativ behandelt wird. Bei der konservativen Methode wird nach der Beutelversorgung über das Stoma eine Prolapskappe gelegt und mit einem Gürtel befestigt.

Retraktion („Zurückziehen“ des Stomas) 
Wenn sich das Stoma im Laufe der Zeit unter Hautniveau zurückzieht, handelt es sich um eine Stomaretraktion. Dies kann häufig die Folge einer Gewichtszunahme oder einer mangelhaft fixierten Stomaöffnung sein. Häufig entstehen durch die Retraktion trichterförmige Einziehungen der Bauchdecke. Dadurch kann es zu Unterwanderungen des Stomas mit Ausscheidungen kommen. Konvexe Stomaversorgungen, Hautschutzringe, Pasten oder Gürtel können helfen. 

Stenose („Verengung“)
Man spricht von einer Stenose, wenn sich die Stomaöffnung verengt. Dabei kann es zu Stuhlentleerungsstörungen – sogenannte „Bleistiftstühle“ – kommen. Die Stoma-verengung tritt oft als Folge starker Gewichtszunahme oder durch Vernarbungen oder Entzündungen auf.

Stomablockade
Bei einem Ileostoma kann es durch festgesetzte, schwer verdauliche Lebensmittel zu einer Stomablockade kommen. Faserreiche Nahrungsmittel, wie z. B. Spargel, können die Stomaöffnung nicht passieren. Es treten Krämpfe auf. Bei dieser Komplikation muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. 

Stomaödem („Schwellung“)
Es entsteht durch die Belastung des Darmgewebes z. B. während der Operation oder bei erhöhtem Bauchinnendruck. Die Schleimhaut glänzt, ist aufgequollen und hellrosa. Das Ödem bildet sich meist nach einer Woche zurück; es muss aber beobachtet werden. 


Hautkomplikationen

Allergie
Eine Allergie entsteht durch eine Überempfindlichkeit gegen eingesetzte Versorgungs-produkte. Oft tritt eine Allergie auch erst nach Jahren auf. Ein deutliches Merkmal einer Allergie ist eine auf den Anwendungsbereich der Versorgung begrenzte Rötung. Aber auch Rötung, Bläschen, Juckreiz oder Brennen sind Anzeichen einer Allergie. Es empfiehlt sich, die Versorgung generell umzustellen und evtl. einen Allergietest durchzuführen. 

Haarbalgentzündung („Folikulitis“)
Diese Entzündung der Haarkanäle wird durch winzige Wunden, die durch Herausreißen der Haare beim Versorgungswechsel entstehen, hervorgerufen. Erkennen kann man eine Folikulitis an punktuellen, sehr schmerzhaften Rötungen. Daher ist es wichtig, dass Sie Ihre stomaumgebende Haut regelmäßig rasieren.

Hautrötungen und Hautreizungen
Die sogenannte Hautirritation gehört zu den häufigsten Komplikationen. Das Ausmaß und das Aussehen kann sehr unterschiedlich sein. Bereits eine unbehandelte Hautrötung kann zu einer Hautirritation führen. Zu häufiger Beutelwechsel kann durch eine mechanische Überreizung zu einer Hautirritation führen. Aber auch eine schlecht sitzende Stomaversorgung und der Kontakt von Stuhl bzw. Urin und Haut können Ursachen sein. 

Kristallbildung
Die Kristallbildung kommt nur beim Urostoma vor – und zwar, wenn z. B. der pH-Wert des Urins zu alkalisch ist. Die Kristalle werden über den Urin ausgeschieden. Sie können bei Haut- oder Schleimhautkontakt kleine Schnittverletzungen verursachen, da sie sich wie kleine Glassplitter anfühlen. Diese Komplikation muss vom Arzt behandelt werden. Mit einer Nahrungsumstellung kann die Ansäuerung des Urins unterstützt werden.

Pilzinfektion
Eine Pilzinfektion kann z. B. durch ein geschwächtes Immunsystem (u.a. durch Antibiotika- oder Chemotherapie) und eine mangelnde Stomahygiene entstehen. Sie fördern das Wachstum von Keimen, Bakterien und Pilzen. Einzelne punktuelle Rötungen, Bläschen mit weißem Belag und starker Juckreiz können auf eine Pilzinfektion hindeuten. 

Pseudo-Epitheliomatosis (PEH)
Die Pseudo-Epitheliomatosis ist eine Folge der nicht behandelten Waschfrauen-Hände-Haut. Zusätzlich zu den Symptomen bilden sich warzenförmige Gewebeneu-bildungen. Das wichtigste Ziel ist eine trockene Stomaumgebung. Positiv beeinflusst wird dies durch eine genau angepasste Stomaversorgung.

Waschfrauen-Hände-Haut
Erkennbar ist sie durch die aufgequollene, weiße und ausgelaugte Haut um das Stoma. Die Waschfrauen-Hände-Haut entsteht u. a. durch chronisch feuchte Haut durch undichte Versorgungen bei Ileo- und Urostomie, lang anhaltende Durchfälle bei Kolostomie und unzureichenden Hautschutz. Um diese Komplikation zu vermeiden, muss die Stomaversorgung passgenau an das Stoma angepasst werden.

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